von Felicia Mutterer

Wer ist Ellen Page? 

Ellen Page stammt aus Kanada und arbeitet seit ihrem zehnten Lebensjahr als Schauspielerin. Zunächst spielte die heute 28-Jährige Rollen in TV-Produktionen, Serien und Independentfilmen. Der Blockbuster X-Men: Der letzte Widerstand verhalf Ellen Page 2006 zum internationalen Durchbruch, den sie als Juno im Film Juno mit einer Oscar-Nominierung untermauerte. Es folgten Rollen u. a. in Inception und Woody Allens To Rome with Love und erneut X-Men: Zukunft ist Vergangenheit2014 sprach Ellen Page auf einer Konferenz der Human Rights Campaign in Las Vegas öffentlich darüber, dass sie Frauen liebt. 

 

Wir trafen die Schauspielerin in einem Berliner Hotel. Sieben Minuten hatten wir, um ihr Fragen rund um ihren neuen Film "Freeheld" zu stellen. 

Ellen Page, wir sind super glücklich darüber, dich im Interview zu haben. Dein neuer Film "Freeheld" ist ein berührendes Drama, in dem es um gleiche Rechte für ein lesbisches Paar geht.  Am 7. April läuft der Streifen in den deutschen Kinos an. Die LGBT-Community erwartet  den Film bereits ungeduldig. Wie fühlen sich die Reaktionen und das Darauf-Hin-Fiebern für dich an?
Das ist besonders für mich. Wir haben „Freeheld“ zum Beispiel im „Castro“ in San Francisco gezeigt und bekamen sehr positive Reaktionen mit. Das Publikum war spürbar gerührt. Da ist es überflüssig zu sagen, dass das ein sehr besonderer Moment für mich war, denn LGBT-Menschen sind im Film unterrepräsentiert und die Geschichte von „Freeheld“ liegt mir einfach sehr am Herzen. Ich bin dankbar dafür, die Geschichte von Laurel und Stacy erzählen zu können und schaffe es hoffentlich lesbische Frauen so darzustellen, dass die Community glücklich damit ist.

Julianne Moore ist dein Co-Star in „Freeheld“. Sie wird von allen geliebt, auch von der LGBT-Community. Hast du als Co-Produzentin des Films höchstpersönlich dafür gesorgt, sie für die Rolle als Laurel gecasted wird?
Ja, natürlich! Sie ist eine der besten Schauspielerinnen überhaupt. Zum Glück mochte sie das Skript und war von Laurel und Stacies Geschichte so gerührt, dass sie „Ja“ sagte.

Im Film trägst du meistens karierte Hemden, was  als Erkennungszeichen für Lesben gelten soll. Wie viele könnten wir bei dir im Schrank finden?
Eine ganze Menge. Ich werde tatsächlich bei jeder Shopping-Tour von der Hemd-Abteilung angezogen als wäre es ein Lesben-Magnet. Für den Film hatten wir Bilder von Stacie und Laurel als Vorgabe, und alles wurde sehr akkurat umgesetzt. Der Kostümdesigner, der auch für „Still Alice“ mit Julianne Moore gearbeitet hat, hat auch für uns einen ganz tollen Job gemacht.

Was hälst du denn grundsätzlich von Klischees?
Meinst du in Zusammenhang mit den Hemden? Also, ich glaube, manchmal treffen Klischees ins Schwarze, manchmal aber nicht. Im Film wollten wir eine akkurate Reflektion der echten ProtagonistInnen abbilden und das Karohemd Klischee passt nunmal zu Stacie - und zufälligerweise auch zu mir.

Du hast dich 2014 geoutet und bist mittlerweile eine lesbische Ikone. Macht das Spaß?
Es macht mir Spaß weil ich glücklich bin. Es ist für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht wie ich mich nach dem Outing im Vergleich zu früher fühle. Das ist es, was mich am meisten freut. Wenn mein Coming-Out und meine Projekte, dann auch noch andere Menschen glücklich machen und ich ihnen eine Stimme gibt, bin ich sehr dankbar dafür.

Hast du Kontakte zur lesbischen Szene und gehst gerne aus?
Nicht so sehr. Ich gehe generell nicht so oft aus. Ich bin gar nicht so die „Bar Person“. Ich habe zwar viele homosexuelle FreundInnen aber nein, ich gehe nicht zwangsläufig aus.

Ist es eine gute Möglichkeit andere Lesben kennenzulernen indem du Interviews gibst?
Ha! Bei diesem Film mit Sicherheit!

Toronto oder Berlin?
Mh, das ist schwer! Ich liebe Berlin. Heute bin ich glaube ich zum vierten Mal hier und ich wünschte auch, ich würde etwas länger bleiben können. Es ist schwer... Berlin hat Geschichte... Toronto ist viel neuer... Ich bin tatsächlich großer Fan von beiden Städten.

„The L-Word“ oder „Orange is the new black“?
Oh, das ist auch schwierig. Als ich damals mit 17 angefangen habe „The L-Word“ zu schauen, war das für mich als junge homosexuelle Frau sehr wichtig. Ich war immer noch dabei mich mit meinen Gefühlen und meiner Identität zu finden und die Serie war zu der Zeit einfach sehr wichtig für mich.
„Orange“ ist aufregend und zwar nicht nur mit den homosexuellen Geschichten, die erzählt werden, sondern ganz generell für Minderheiten. Also..mh.. haha.. Du gibst mir hier Fragen, die unterschiedliche Pro und Kontras haben, deshalb ist es schwer, mich zu entscheiden, aber „The L-Word“ hat einen speziellen Platz in meinem Herzen, weil es damals wirklich wichtig war.



Felicia Mutterer
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STRAIGHT Magazine Chefredakteurin Twitter @fraumutterer



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