von Felicia Mutterer

Das bringt das Gründen mit sich. Maxi Knust weiß wovon sie spricht: Sie ist Herausgeberin des digitale Magazins FEMPRENEUR. Es richtet sich an Female Entrepreneurs. Das heißt alle, die sich für Selbstständigkeit, Gründungen und Entrepreneurship interessieren, sind bei ihrem Magazin richtig.Nun veranstaltet Maxi gemeinsam mit Stephan Baasch am 9. Juni den ersten Fempreneur Summit in Berlin. Auf der Konferenz erleben selbstständige und gründungsinteressierte Frauen spannende Keynotes von Gründerinnen und Female Entrepreneurs, die zur eigenen Gründung oder weiteren Business-Steps inspirieren sollen. Voll gut, denn es ist Zeit für eine Veränderung: In Deutschland werden bislang nur 13% der Unternehmen von Frauen gegründet. 

Maxi, was können Frauen besser als Männer?

Ich finde es oft zu generalisierend und stereotyp, zu sagen, was Frauen besser können. Ich denke, wir sollten uns eher auf unsere individuellen Stärken besinnen und auf diese vertrauen. Ich glaube daran, dass jeder Mensch sowohl maskuline als auch feminine Energien und Stärken in sich hat, was bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Derzeit empfinde ich Frauen als einfühlsamer, verständnisvoller und stark im Communitybuilding. Frauen verbinden, was ich als feminine Stärke verstehe. Aber vieles was uns Frauen und Männer derzeit ausmacht, ist auch stark durch unsere Sozialisierung geprägt, also mit welchen Rollenbildern, Vorbildern und Werten wir aufgewachsen sind.

Warum Frauen?

Weil ich selber eine Frau und damit nicht nur die Zielgruppe besser verstehe, sondern selbst die Zielgruppe bin. Aus diesem Grund habe ich auch Anfang 2015 das digitale Magazin für selbstständige und gründungsinteressierte Frauen Fempreneur gegründet. Ich hatte mich selbst für Gründung und Entrepreneurship interessiert, fühlte mich aber nicht durch die bisherigen Gründermagazine und Stories so sehr inspiriert zu gründen. Das lag auch an der geringen Gründerinnenquote, aber auch die geringe mediale Sichtbarkeit von selbstständigen Frauen. Oftmals ging es bei Gründerstories mehr um beeindruckende Zahlen der Investments und Exits der meist männlichen Gründer. Mich interessiert hingegen aber eher die Gründer/in-Story. Wer steckt dahinter? Was hat die Gründerin erlebt? Und welche Tipps kann sie auch an andere Frauen weitergeben? Daher gibt es u.a. die Fempreneur Interviews im Magazin und zudem viele praktische Tipps, die besonders für Frauen mit Small Businesses auch interessant und anwendbar sind, wie bspw. Buchhaltungstipps für Gründerinnen .

Wie kriegst Du Smalltalk hin?

Klassischen Smalltalk führe ich eigentlich nicht. Wenn ich jemanden treffe, interessiere ich mich für die Person und ihre Story. Daher frage ich zunächst, was die Person genau macht und was sie interessiert. Dabei kann man dann Gemeinsamkeiten finden und sich darüber austauschen. Weil ich mich also für Menschen interessiere, fällt mir Smalltalk leicht.

Wann warst Du mutig? 

Mutig bin ich fast jeden Tag, da ich als Gründerin durchaus ein Risiko eingehe und nicht weiß, ob alles so klappen wird, wie ich es mir wünsche. Mich überkommen natürlich auch hin und wieder Selbstzweifel und die Sorgen machen sich stärker bemerkbar. Da entsprechendes Durchhaltevermögen zu zeigen, benötigt Mut und Glauben an sich selbst. Das fällt nicht immer leicht, aber ich arbeite stetig in kleinen Babysteps daran. Ganz konkret haben in letzter Zeit meine zwei neuen Projekte, der Fempreneur Summit und das Female Founders Book auch großen Mut erfordert. Zusammen mit Co-Foundern, mit denen ich zuvor noch nicht zusammengearbeitet hatte, eine Zeit- und Geldinvestition in etwas, das erst in Zukunft eine mögliche Monetarisierung verspricht. Das ist Risiko und erforderte Mut trotzdem diesen Weg zu gehen. Und bislang muss ich sagen, dass sich allein durch all das Wissen und die Erfahrungen, die ich durch die Projekte machen durfte, dass sich alles sehr gelohnt hat.

Womit solltest Du anfangen?

Mir noch mehr Ruhepausen gönnen, mehr Yoga machen und wieder mit Ballett anfangen. Ich habe schon mein ganzes Leben getanzt und mit 16 Jahren mit Ballett angefangen, allerdings in den letzten Jahren nicht mehr weiter verfolgt. Auch mit dem Joggen würde ich gerne wieder anfangen. Durch den stressigen und zeitintensiven Gründeralltag kommt oft die Zeit für Sport und Ruhepausen zu kurz. Trotzdem ist die Priorisierung dieser Ich-Momente für mich sehr wichtig und ich versuche sie so gut es geht einzubauen. 

Womit solltest Du aufhören?

Rauchen. Ist einfach nicht gesund. Aber mein Stress-Laster.

Was unterhält Dich?

Lustige Katzenvideos.

Was liest Du zweimal?

Aus Zeitgründen habe ich bislang kaum was mehrfach gelesen. Aber Bücher, die inspirieren, sollte man mehrmals lesen. Für mich wäre das bspw. Paulo Coelho’s “Der Alchimist” oder “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry. Das sind so Evergreens für mich.

Welchen Tick hast Du?

Ich bin Labello-süchtig.

 

Für wen oder was hast Du gute Antennen?

 

Da ich durch meine Hochsensibiltät generell sehr feine Antennen habe, kann ich mich gut in Menschen und ihre Emotionen einfühlen, aber auch Situationen, die nur sehr subtil ablaufen, schnell durchblicken. Zumindest habe ich erst einmal ein Bauchgefühl. Und da sich dieses oft bestätigt hat, vertraue ich nun auch mehr darauf. Generell finde ich es sehr wichtig, auf seine innere Stimme bzw. sein Bauchgefühl zu hören, auch wenn das manchmal gar nicht so leicht fällt.

Lebst Du Plan A oder Plan B?

Eher Plan A. Wenn ich zu sehr in Plan B Gedanken investieren würde, würde ich mich zu wenig auf Plan A und damit im Hier und Jetzt konzentrieren. Meine Vision von mehr Female Empowerment treibt mich an mit größtmöglichen Willen Plan A zu verwirklichen.

 

Allerdings gibt es auch einen Plan B, was in meiner Situation als Gründerin heißt, wenn das nicht funktioniert, kann ich mich mit Masterstudium, mehrsprachig und mit viel praktischer Erfahrung auch wieder auf eine Angestelltenposition bewerben. Und jeder sollte sich einmal Gedanken über seinen Worst-Case machen. Meist denken wir, wenn unser Plan nicht aufgeht, geht die Welt unter, was uns meist davon abhält überhaupt etwas zu wagen. Und meist sieht der Worst-Case gar nicht so schlimm aus bzw. für nahezu alles findet man auch eine Lösung.

Nimmst Du die Treppe oder eher den Aufzug?

Der Couchpatatoe in mir, will immer den Aufzug nehmen und setzt sich oft auch durch. Aber genauso oft versuche ich die Treppen zu nehmen, weil ich weiß, dass es gesünder für den Körper ist. Aber Treppe oder Aufzug variiert je nach Tagesform.

Wann brauchst Du was Süßes?

 

In meinem Kaffee brauch ich 3 Löffel Zucker. Und immer nach einem herzhaften Mittagessen, brauch ich etwas Schokoladiges. Und im Sommer, macht ein Eis oft erst den Tag perfekt.

 

 



Felicia Mutterer
Felicia Mutterer

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STRAIGHT Magazine Chefredakteurin Twitter @fraumutterer



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